Fast ein Drittel der Amerikaner hält die Rezepte ihrer Ärzte nie ein. Dies ist nicht nur eine Statistik; Es stellt eine massive Ineffizienz im Gesundheitswesen dar, die Milliarden kostet und Patienten ohne lebenswichtige Behandlungen zurücklässt. Da ist Forus, ein Startup, das durch die Anwendung künstlicher Intelligenz auf das unscheinbare, aber wichtige administrative Backend des Apothekenmanagements einen Wert von 1 Milliarde US-Dollar erreicht hat.
Das Problem: Eine kaputte „letzte Meile“
Der Weg vom Rezeptblock eines Arztes bis zum Medikamentenschrank eines Patienten ist mit logistischen Hürden behaftet. Während künstliche Intelligenz oft für Schlagzeilen bei der Arzneimittelentwicklung sorgt, löst ihr aktueller Einfluss auf Forus das, was Investoren das „Problem der letzten Meile“ nennen.
Wenn ein Arzt ein Medikament verschreibt, insbesondere teure Spezialmedikamente gegen Erkrankungen wie Krebs oder Autoimmunerkrankungen, muss sich das Drehbuch durch ein komplexes Netz aus Versicherungsbeschränkungen, vorherigen Genehmigungen und Apothekenverfügbarkeit navigieren. Patienten müssen sich häufig mit Ablehnungen, verwirrendem Papierkram und unerschwinglichen Kosten konfrontiert sehen.
„Die häufigste Erfahrung, die Patienten machen, ist, ein Rezept zu bekommen. Aber so häufig es auch vorkommt, ist es für Patienten verboten, die Medikamente zu bekommen, die sie ihrer Meinung nach brauchen.“
— Kareem Zaki, Partner bei Thrive Capital
Diese Reibung hat schwerwiegende Folgen. Eine aktuelle KFF-Umfrage ergab, dass 40 % der Erwachsenen in den USA ihre Medikamente im vergangenen Jahr aus Kostengründen nicht wie verordnet eingenommen haben. Personen mit geringerem Einkommen, Frauen und Minderheitengruppen sind überproportional betroffen und greifen häufig auf gefährliche Maßnahmen wie das Teilen von Pillen oder den Ersatz durch rezeptfreie Medikamente zurück.
Die Lösung: Automatisierung des Admins
Forus wurde 2023 von Sahir Jaggi (ursprünglich Tandem genannt) gegründet und nutzt KI, um Rezepte abzufangen, sobald sie geschrieben werden. Die Software verarbeitet das Skript sofort und prüft Folgendes:
- Versicherungskompatibilität: Ermittlung der besten Apotheke für den Versicherungsschutz.
- Anamnese des Patienten: Überprüfung früherer Medikamente und möglicher Wechselwirkungen.
- Erschwinglichkeitsprogramme: Ermittlung von Unterstützungsmöglichkeiten für teure Spezialmedikamente.
- Echtzeitverfolgung: Bietet sowohl Ärzten als auch Patienten Einblick in den Status des Rezepts.
Durch die Automatisierung dieser Aufgaben eliminiert Forus die „Kopfschmerzen, den Papierkram und die Telefonanrufe“, die die Behandlung normalerweise verzögern. Das Ergebnis ist eine deutliche Steigerung der Rezeptausfüllungsraten für Arztpraxen, die die Plattform nutzen.
Schnelles Wachstum und Branchenakzeptanz
Forus hat ein bemerkenswertes Wachstum erzielt, das größtenteils auf Mundpropaganda unter Gesundheitsdienstleistern zurückzuführen ist. Zu den wichtigsten Kennzahlen gehören:
- Bewertung: 1 Milliarde US-Dollar.
- Gesamtfinanzierung: 160 Millionen US-Dollar, mit Finanzierungsrunden unter der Leitung von Thrive Capital, General Catalyst und Accel.
- Umsatz: Der Jahresumsatz überstieg Ende letzten Jahres 10 Millionen US-Dollar und hat sich in diesem Jahr verfünffacht und liegt bei über 50 Millionen US-Dollar.
- Benutzerbasis: Tausende Arztpraxen und Gesundheitssysteme, mit einem jährlichen Anstieg um das Zehnfache der Akzeptanz in den letzten zwei Jahren.
Das Geschäftsmodell des Unternehmens ist einzigartig: Es berechnet weder Ärzten noch Patienten Gebühren. Stattdessen arbeitet Forus mit Pharmariesen zusammen. Da mittlerweile die Hälfte der zehn weltweit führenden Pharmaunternehmen an Bord ist, unterstützt das Startup Pharmaunternehmen bei der Markteinführung neuer Medikamente, indem es dafür sorgt, dass die Versicherung abgewickelt und die Apotheke aufgefüllt wird, wenn ein Arzt ein Rezept ausstellt.
„Zu wenige Medikamente kommen auf den Markt und zu wenige geeignete Patienten erhalten eine Behandlung. Die einzige Grenze der Medizin sollte die Wissenschaft sein.“
— Sahir Jaggi, Gründer von Forus
Warum das wichtig ist
Es steht viel auf dem Spiel. Es wird erwartet, dass die Ausgaben für verschreibungspflichtige Medikamente in den USA dieses Jahr 1 Billion US-Dollar übersteigen. Laut Ken Frazier, dem ehemaligen CEO von Merck, werden bis zu 35 % der neuen Rezepte nicht eingelöst. Dies entspricht mehr als 300 Milliarden US-Dollar an Therapien, die den Patienten nie erreichen, was aufgrund vermeidbarer Notfälle zu schlechteren Gesundheitsergebnissen und langfristig höheren Gesundheitskosten führt.
Jaggi, Absolvent der Biomedizintechnik der Columbia University und ehemaliger Produktleiter beim Krankenversicherer Oscar, gründete Forus, nachdem er die systemischen Ineffizienzen von innen heraus gesehen hatte. Er weist darauf hin, dass es schwierig war, das System innerhalb eines Versicherers zu ändern, was ihn dazu veranlasste, eine externe Lösung zu entwickeln.
Fazit
Forus zeigt, dass die unmittelbarste Wirkung von KI im Gesundheitswesen möglicherweise nicht in der Entdeckung neuer Heilmittel liegt, sondern darin, sicherzustellen, dass bestehende Heilmittel tatsächlich die Patienten erreichen. Durch die Beseitigung administrativer Hürden trägt das Unternehmen dazu bei, die Lücke zwischen medizinischer Innovation und Patientenzugang zu schließen und eine unterbrochene Logistikkette in einen optimierten Versorgungspfad umzuwandeln.


























