Neue Forschungsergebnisse bestätigen einen starken Zusammenhang zwischen einer Ernährung mit einem hohen Anteil an hochverarbeiteten Lebensmitteln (UPFs) und einem deutlich erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine im The American Journal of Medicine veröffentlichte Studie ergab, dass Personen mit der höchsten UPF-Zufuhr ein um 47 % höheres Risiko hatten, an Herzerkrankungen zu erkranken. Dieses Ergebnis unterstreicht die wachsenden gesundheitlichen Bedenken im Zusammenhang mit der Verbreitung dieser hochentwickelten Lebensmittelprodukte in der modernen Ernährung.
Was sind hochverarbeitete Lebensmittel?
Hochverarbeitete Lebensmittel sind industrielle Rezepturen, die aus Zutaten hergestellt werden, die traditionell nicht zum Kochen verwendet werden, wie etwa Zusatzstoffe, künstliche Aromen und raffinierte Kohlenhydrate. Häufige Beispiele sind zuckerhaltige Getränke, abgepackte Snacks, Fast Food und viele Fertiggerichte. Diese Lebensmittel sind besonders schmackhaft, was bedeutet, dass sie Belohnungszentren im Gehirn auslösen, wodurch sie stark süchtig machen. Sie sind zwar bequem und erschwinglich, haben aber nicht die Nährstoffdichte vollwertiger Lebensmittel.
Die Studienergebnisse
Die Forscher analysierten Daten der US-amerikanischen National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES), in der die Ernährungsgewohnheiten von 4.787 Erwachsenen zwischen 2021 und 2023 untersucht wurden. Die Teilnehmer wurden nach ihrem UPF-Verbrauch in Gruppen eingeteilt, und die Ergebnisse waren eindeutig. Diejenigen in der höchsten Einnahmegruppe zeigten einen statistisch signifikanten Anstieg des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 47 %, einschließlich Herzinfarkten und Schlaganfällen. Der leitende Autor Dr. Charles H. Hennekens betonte die klinische Bedeutung dieser Ergebnisse und erklärte, sie basierten auf einer großen, repräsentativen Stichprobe.
Warum hochverarbeitete Lebensmittel schädlich sind
Der Zusammenhang zwischen UPFs und schlechten Gesundheitsergebnissen ist nicht überraschend. Diese Lebensmittel enthalten oft übermäßig viel Zucker, ungesunde Fette und Natrium, allesamt bekannte Ursachen für Herzerkrankungen. Darüber hinaus mangelt es ihnen typischerweise an essentiellen Nährstoffen, Ballaststoffen und Antioxidantien, die vor chronischen Krankheiten schützen.
Eine andere aktuelle Studie zeigte, dass Menschen, die nur unverarbeitete Mahlzeiten zu sich nahmen, täglich 57 % mehr Nahrung zu sich nahmen, aber 330 Kalorien weniger. Dies deutet darauf hin, dass UPFs darauf ausgelegt sind, die Kalorienaufnahme zu maximieren und gleichzeitig das Sättigungsgefühl zu minimieren, was zu übermäßigem Essen und Gewichtszunahme führt.
Jenseits individueller Entscheidungen
Das Problem geht über persönliche Ernährungsentscheidungen hinaus. Hochverarbeitete Lebensmittel sind oft günstiger und leichter zugänglich als frische Vollwert-Alternativen, insbesondere in einkommensschwachen Gemeinden. Dr. Hennekens weist darauf hin, dass die Bewältigung dieses Problems systemische Veränderungen erfordert, einschließlich klinischer Beratung und öffentlicher Gesundheitserziehung, um nahrhafte Optionen für alle erschwinglich und praktisch zu machen.
„Beim Umgang mit UPFs geht es nicht nur um individuelle Entscheidungen – es geht darum, Umgebungen zu schaffen, in denen die gesunde Option die einfache Option ist.“
Die Beweise sind eindeutig: Die Reduzierung des Konsums hochverarbeiteter Lebensmittel ist ein entscheidender Schritt zum Schutz der Herzgesundheit. Die Bevorzugung vollwertiger Lebensmittel mit nur einer Zutat gegenüber hochentwickelten Alternativen kann das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich senken und das allgemeine Wohlbefinden verbessern.

























